Einmotten richtig gemacht

Die letzten schönen Herbstwochen nochmals im Cabrio oder Oldtimer geniessen - warum nicht ? Nach dem Einmottungs-Motto "Von der Strasse in die Garage" sollte man aber nicht vorgehen. Zumindest einen Tag braucht man schon, um sein Gefährt für die Überwinterung fit zu machen. Was alles zu tun ist, ist hier zusammengestellt:

  • Innenraum

    Neben der Reinigung mit Schwamm und Staubsauger sollte man alle losen Bodenbeläge, auch aus dem Kofferaum , herausnehmen. Stößt man hierbei auf feuchte oder modrige Stellen. ist unbedingt weitere Ursachenforschung (Gummiprofile des Verdecks, Schiebedachentwässerung) angesagt.

    Leder: Tierhäute behandelt man am besten mit dem, was der Fahrzeughersteller in der Bedienungsanleitung empfiehlt - im übrigen bietet der Handel entsprechende Pflegemittel an.

  • Karosserie

    Lack: Nach Hand- oder Maschinenwäsche (Cabrios dürfen meist nicht in die Waschanlage) die Lack-Oberfläche penibel kontrollieren: Reste von Vogelkot, Ausscheidungen von Insekten, Absonderungen von Baumharzen sind teilweise schwer erkennbar, sie können sich aber bei längerer Einwirkzeit bis aufs Blech durchfressen. Dass bei der Gelegenheit Steinschlagschäden ausgebessert werden sollten, vesteht sich von selbst. Und: Ab und zu tut dem Lack auch ein Auftrag von Hartwachs gut.

    Unterbodenschutz: Besonders bei älteren Baujahren lohnt sich ein Check von Unterboden und Radhäusern: Haben die Schutzschichten Verletzungen oder, höchste Alarmstufe, Ablösungen bzw. Korrosions-Spuren? Eine fundierte Diagnose setzt freilich Hebebühne, gute Beleuchtung und Dampfstrahler-Einsatz voraus.

    Cabrioverdeck: Rissbildung, aufgeplatzte Nähte? Einmal pro Jahr sollte man das schon genauer in Augenschein nehmen. Ob Wasser (Dichtgummis) eindringt, weiß man ohnehin aus dem Fahrbetrieb. Den Gummiprofilen tut auf jeden Fall eine Behandlung mit speziellen Produkten (z.B. Silicon) gut. Mit Shampoo ans Verdeck? Im Regelfall wird es nur trocken oder feucht abgebürstet (in Fahrzeug-Längsrichtung, von vorne nach hinten), allenfalls mit klarem Wasser abgespritzt. Zur Fleckenentfernung sollte man nur das verwenden, was der Fahrzeughersteller empfiehlt. Die Ruhezeit verbringt das Auto dann mit geschlossener Kapuze.

  • Technik

    Ist in Kürze ohnehin eine Inspektion fällig? Dann lieber vorziehen: Der Arbeitsumfang enthält zum einen sinnvolle Stillegungs-"Elemente", zum anderen erkennt der Fachmann natürlich besser, was aktuell oder in Kürze reparaturbedürftig ist. Auch die ADAC-Prüfzentren sind hierfür eine gute Adresse ("Gebrauchtwagenuntersuchung", "Winter-Check"). Schließlich wollen Sie den Frühjahrs-Start nicht unbedingt mit Werkstatt-Terminen wegen tropfender Wasserpumpe oder mürbem Auspufftopf beginnen.


    Motor: Genutztes Öl enthält korrosionsfördernde Bestandteile, also wechseln. Nicht gut ist es (für die Schmierung zwischen Kolben und Zylinderwand), den Motor ab und zu kurz laufen zu lassen. Das Einfüllen eines speziellen Korrosionsschutzöls ist nur bei mehrjähriger Ruhepause notwendig.

    Kühlsystem: Frostschutzfaktor prüfen, ggf. ergänzen.

    Kraftstoffsystem: Tank auffüllen, um Rostbildung im Inneren zu verhindern (entfällt bei Kunststofftanks)

    Batterie: Sie altert immens rasch, wenn sie nicht nachgeladen wird. Abhilfe: Spezielles "Erhaltungs"-Ladegerät anschaffen, oder alle zwei bis drei Monate einige Stunden ans Standard-Ladegerät hängen.

    Fahrwerk: Am besten Auto aufbocken, das entlastet Reifen und Radaufhängung. Zumindest aber Luftdruck im Reifen auf 3-4 bar erhöhen.

    Sonstiges: Handbremse nicht anziehen - die Beläge könnten "festkleben". Autofenster zur Durchlüftung einen Spaltbreit öffnen.

     

  • Zulassung/Steuer/Versicherung

    Saisonkennzeichen: Wer alljährlich den gleichen Stilllegungszeitraum nutzen will ("volle Monate", z.B. 1.10. bis 30.04.), der sollte bei Strassenverkehrsamt/Zulassungsstelle dieses spezielle Kennzeichen erwerben. Man erspart sich die jeweiligen Gebühren für An- und Abmeldung und den Gang zur Behörde. Mit Ablauf des letzten Tages des einmal gewählten und auf dem Kennzeichen aufgedruckten Monats (bei "3/10" also der 31.10) darf das Fahrzeug keinesfalls mehr auf öffentlichem Grund genutzt werden.

    Reguläres Kennzeichen: Der Zeitraum der "vorübergehenden Stilllegung" lässt sich jedes Jahr anders gestalten, unverhoffte Schönwetterperioden kann man noch nutzen. Die anteilige Kraftfahrzeugsteuer wird, tageweise umgerechnet, zurückerstattet. Aufpassen: Spätestens nach 18 Monaten (früher 12 Monate) erlischt der Fahrzeugbrief, die Wiederinbetriebnahme würde ein "Vollgutachen" (§21 StVZO) erfordern. Mit Novellierung der StVZO ab 03/2007 wird diese Frist auf sieben (!) Jahre verlängert.

    TÜV/AU: Fällt die Hauptuntersuchung in die Ruhezeit, dann ist dies nach Wiederinbetriebnahme umgehend nachzuholen. Insbesondere bei Fahrzeugen mit "Vorübergehender Stilllegung" ist anzuraten, diese Prüfungen noch vor dem Einmotten zu erledigen. Bei der Wiederzulassung werden die Fahrzeugpapiere von der Behörde erst dann ausgehändigt,
    wenn der entsprechende Prüfnachweis vorliegt.

    Versicherung: Eine Unterbrechung bis zu sechs Monaten zählt (positiv) auf dem Weg in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse, ab sieben Monaten bleibt die bei Stilllegungsbeginn bestehende SF-Klasse erhalten - so jedenfalls bei einer Vielzahl von Gesellschaften. Der Teilkasko-Vertrag läuft in der Ruhezeit normalerweise beitragsfrei weiter. Konkret sollte man das, wie auch die anteilige Rückerstattung bereits gezahlter Prämien, direkt mit seinem Versicherer abklären.

     

  • Der richtige Lagerort

    Optimal ist ein klimatisierter Raum, in dem Temperatur (ca. 15 Grad) und Luftfeuchte (relative Luftfeuchte von ca. 40 %, messbar mit dem Hygrometer) konstant eingehalten werden - so wird eine Kondenswasserbildung (Hohlräume!) weitgehend vermieden. Textilien, Gummi, Leder fühlen sich in dem Umfeld ebenfalls recht wohl. Zu meiden wäre auf jeden Fall ein schlecht durchlüfteter Lagerort, der als Folge, zumindest bei unseren Witterungsverhältnissen, dann auch immer zu feucht ist. Den Luxus einer Klimakammer wird man sich meist nicht leisten können, einige Firmen (Anzeigen in Oldtimer-Fachzeitschriften) bieten aber einiges zur Luftbesserung an.

    Es gibt hier elektrische Luftentfeuchter (230 V) sowie aufblasbare Kunststoffhüllen, die entweder von Ventilatoren (12 V) durchblasen werden oder in die Behälter mit einem speziellen Trocken-Granulat, dem die aufgenommene Feuchtigkeit im Haushalts-Backofen wieder entzogen werden kann, gestellt werden. Gegen das Einstauben hilft im übrigen ein Baumwolltuch ("Bettlaken" oder Paletots aus dem Oldtimer Fachhandel). Kunstfaserstoffe oder gar Plastikfolien sollte man wegen der mangelhaften Feuchtigkeits-Durchlässigkeit nicht verwenden.

    Freuen Sie sich schon jetzt auf das Frühjahr: Mit diesen Maßnahmen dürfte sichergestellt sein, dass der Start problemlos vonstatten geht.

  • Quelle: www.adac.de

Ausmotten richtig gemacht

Viele Oldtimer verbringen den Winter gut geschützt in Garagen oder Hallen. Da der Start in die neue Saison langsam näher rückt, sollte vor der ersten Ausfahrt vor allem der technische Zustand überprüft werden.

Lesen Sie hier, wie Sie den Klassiker fit für die Saison machen.
 

 

  • Batterie

     

    Die während der Ruhepause (hoffentlich) mit einer „Erhaltungsladung“ gepflegte Batterie wieder einsetzen. Bei den Versionen mit aufschraubbaren Verschlussstopfen kann man zudem prüfen, ob destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss. Um Kurzschlussgefahr zu vermeiden, bitte beachten: Zuerst wird die Klemme des Plus- und dann die des Minuspols angeschraubt. Wenn dann die Elektrik aktiv ist, sollte man sämtliche Funktionen überprüfen – bereits leichte Korrosionsentwicklung während der Ruhezeit an Steckverbindungen und den früher üblichen Keramik-Sicherungen kann für einen überraschenden Blackout sorgen. Auch schlechte Masseverbindungen können hier eine Rolle spielen.

  • Motorstart

     

    War die Technik beim „Einmotten“ gesund, wird der Motor meist nach zwei bis drei Startversuchen anspringen. Weiterorgeln bringt meist nichts, bei Katalysator-Fahrzeugen kann das sogar den Kat schädigen. Hier ist Fehlersuche erforderlich, die unter Umständen erst nach einer Schleppaktion in eine Werkstatt erfolgreich ist. Häufigste Ursachen: Mürbe gewordene Kraftstoffschläuche (die ziehen dann lieber Luft als den Sprit aus dem Tank) sowie verschlissene Unterbrecherkontakte bzw. Zündkerzen.

  • Motoröl und Kühlwasser

     

    Überprüfen Sie den Stand des Motoröls und des Kühlwassers. Bei der Gelegenheit kann ein Blick unters Auto nicht schaden: Haben Lecks am Garagenboden Spuren hinterlassen? Wenn ja, dann sollte man das umgehend näher inspizieren. Den Ursachen der Undichtigkeiten sollte man rasch auf den Grund gehen und diese umgehend beseitigen. Klar, dass man auch den Luftdruck der Reifen inspiziert – häufig fehlen doch ein paar Zehntel bar.

  • Haupt- und Abgasuntersuchung

     

    Ein Blick auf die Kennzeichenschilder: Wann sind wieder Haupt- und Abgasuntersuchung fällig? Sofern während der Ruhepause abgelaufen: Umgehend nachholen! Bei Zulassung mit Saison-Kennzeichen darf man natürlich erst dann starten, wenn es die auf dem Nummernschild aufgeprägten Monatsangaben zulassen.

  • Reinigung Innen und Außen

     

    Neben einer Autowäsche ist die gründliche Säuberung der Verglasung und der Rückspiegel kein Luxus – die ersten Meter in der Frühlingssonne sollen ja nicht zum Blindflug werden. Auch die Scheibenwischerblätter inspizieren - die altern gerne, auch wenn sie nichts zu tun hatten. Sämtliche Bodenbeläge aus Innen– und Kofferraum sollte man, sofern nicht fest verklebt, herausnehmen. Auch wenn der Oldie „Nässe“ im klassischen Sinn nicht ausgesetzt war – nicht immer steht als Winterlager ein optimal durchlüfteter Raum zur Verfügung. Feuchtigkeit, bis hin zur Schimmelbildung, kann sich in verborgenen Bereichen also durchaus angesammelt haben.

  • Bremsen

     

    Achtung: bei der ersten Bremsung kann der Anhalteweg länger sein. Der Flugrost auf Bremsscheiben und in -trommeln muss sich erst abschleifen.

  • Karosserie

     

    Wer rastet, der rostet: Das Sprichwort zeigt gerade hier seinen tieferen Sinn. Nachdem nicht jeder die Möglichkeit hat, sein Fahrzeug unter Einhaltung optimaler Temperatur und Luftfeuchte einzulagern, macht eine Inspektion der gesamten Karosserie durchaus Sinn.

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